Tagebuch eines Arztes

Buch · 186 Wörter · A Physician's Journal

Beschreibung des Patienten:
Ein Mädchen, sieben Jahre alt, Tochter eines Händlers. Keine Geschwister (zwei Brüder durch die Pest verstorben).

Symptome:
Patientin gibt an, vor drei Tagen beim Pilzesammeln im Wald „Feen“ angetroffen zu haben. Weigert sich seitdem zu essen oder zu schlafen und behauptet, ihr einziger Wille sei, wieder mit den Wesen vereint zu werden. Sagt, sie habe die Feen am Morgen getroffen, nur kurz mit ihnen gespielt, doch als sie fertig war, ging die Sonne bereits unter.

Diagnose:
Patientin ansonsten gesund und gut genährt; Ursache der Halluzinationen muss daher in ihrem Geist liegen. Möglich, dass sie die Geschichte erfunden hat, wie Kinder es oft tun, und dann so lange darüber nachgedacht hat, bis sie es schließlich wirklich glaubte.

Empfohlene Behandlung:
Eltern müssen das Mädchen ablenken, sodass es von seinen obsessiven Gedanken über die „Feen“ abkommt. Patientin sollte Aufgaben im Haus übernehmen (Reinigen oder Nähen, beruhigende Tätigkeiten) und darf nicht allein gelassen werden, bis es ihr besser geht; andernfalls wird ihr Geist abschweifen. Sollte dadurch keine Besserung eintreten, gibt es noch einen letzten Weg. Wie die Bibel sagt: „Wer mit der Rute spart, verzieht das Kind.“

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