Dies ist keine Geschichte, die man mit halbem Ohr anhören oder mit müden Augen vor dem Einschlafen überfliegen sollte.
Einst lebte ein Mann, dessen Braut so schön war, dass es schien, als ginge die Sonne nur auf, um ihr Lächeln zu sehen. Doch Schönheit ist kein Schild gegen das Schicksal und so erkrankte sie an einem Leiden, das weder Kraut noch Gebet zu heilen vermochte.
Verzweifelt verließ der Mann sein Heim, nichts bei sich als Hoffnung. Er folgte Gerüchten über Flüsse und Berge hinweg, bis er an einem vergessenen Ort einen Händler fand, vielleicht einen Mann, vielleicht nicht, der ihm ein Heilmittel anbot: einen langen, gezackten Reißzahn, so spitz wie des Schicksals Schmerz.
Dieser, so sagte der Fremde, würde jeden heilen – jedoch nur, wenn er direkt ins Herz gestoßen würde.
Da weinte der Mann. Wie sollte er das Herz durchbohren, das er am meisten liebte? Doch die Liebe, so sagt man, erträgt alles. Er zahlte jede Münze, die er besaß.
Als er zurückkehrte, lag seine Geliebte auf dem Sterbebett. Blass wie Schnee. Und als die Sonne an jenem Tage sank, tat er mit zitternden Händen, was er tun musste: Er stieß den Zahn in ihr Herz.
Einen Augenblick lang schien alles verloren. Ihr Blut spritzte, ihre Lider schlossen sich, ein Hauch von Unglauben entwich ihren Lippen. Doch dann öffnete sie ihre Augen und lächelte. Ein Wunder!
Man könnte meinen, hier ende die Erzählung. Doch es ist so: Niemand sah die beiden jemals wieder. Es gab nur den Anblick des Dorfes, das sie zurückließen – Männer, Frauen und Kinder, erschlagen, zerfetzt bis auf die Knochen.
Einst lebte ein Mann, dessen Braut so schön war, dass es schien, als ginge die Sonne nur auf, um ihr Lächeln zu sehen. Doch Schönheit ist kein Schild gegen das Schicksal und so erkrankte sie an einem Leiden, das weder Kraut noch Gebet zu heilen vermochte.
Verzweifelt verließ der Mann sein Heim, nichts bei sich als Hoffnung. Er folgte Gerüchten über Flüsse und Berge hinweg, bis er an einem vergessenen Ort einen Händler fand, vielleicht einen Mann, vielleicht nicht, der ihm ein Heilmittel anbot: einen langen, gezackten Reißzahn, so spitz wie des Schicksals Schmerz.
Dieser, so sagte der Fremde, würde jeden heilen – jedoch nur, wenn er direkt ins Herz gestoßen würde.
Da weinte der Mann. Wie sollte er das Herz durchbohren, das er am meisten liebte? Doch die Liebe, so sagt man, erträgt alles. Er zahlte jede Münze, die er besaß.
Als er zurückkehrte, lag seine Geliebte auf dem Sterbebett. Blass wie Schnee. Und als die Sonne an jenem Tage sank, tat er mit zitternden Händen, was er tun musste: Er stieß den Zahn in ihr Herz.
Einen Augenblick lang schien alles verloren. Ihr Blut spritzte, ihre Lider schlossen sich, ein Hauch von Unglauben entwich ihren Lippen. Doch dann öffnete sie ihre Augen und lächelte. Ein Wunder!
Man könnte meinen, hier ende die Erzählung. Doch es ist so: Niemand sah die beiden jemals wieder. Es gab nur den Anblick des Dorfes, das sie zurückließen – Männer, Frauen und Kinder, erschlagen, zerfetzt bis auf die Knochen.