Utnapischtim und die Sintflut

Buch · 207 Wörter · Utnapishtim and the Flood

In den alten Tagen gab es keine Sonne und die Welt lag in Finsternis. Heere, angeführt von Vrakhiri, führten blutige Kriege gegen die Menschen, verbrannten ihre Dörfer und Städte und töteten sie nach Belieben.

In einem dieser Dörfer lebte ein Mann namens Uta-napišti. Eines Nachts hatte er eine Vision, so furchtbar, dass er schreiend erwachte. Doch er sprach mit niemandem darüber, denn er wusste, man würde ihm nicht glauben. Stattdessen begann er, ein Boot zu bauen. Daran arbeitete er neunzig Tage und neunzig Nächte.

Am einundneunzigsten Tag begann es zu regnen. Der Regen hörte nicht auf, bis die Dorfbewohner sich um Uta-napišti scharten und ihn anflehten, sie in sein Boot zu lassen. Da geschah ein Wunder: Obgleich das Boot klein war, fand darin jeder Dorfbewohner und jedes Stück Vieh Platz. Bald schon war das Dorf überflutet, noch ehe die Vrakhiri es erreichen konnten. Die Dämonen ertranken in den Wogen, doch das Boot des Uta-napišti hielt stand.

Nach weiteren neunzig Tagen und neunzig Nächten endete die Flut. Uta-napišti gründete ein neues Dorf, das später zur heiligen Stadt Hatum wurde. Nie verriet er, wer ihm die Vision der Flut gesandt hatte, doch der größte Tempel in Hatum war seit jeher der Göttin Sheema geweiht, der listigen Weberin der Netze.

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