Mein geliebter Mann,
wie war ich nach deinem letzten Brief erleichtert. Ich bin so froh, dass du nach der Verletzung auf dem Wege der Besserung bist. Mir ist klar, wie es dich betrüben muss, die nächsten Wochen in einem Feldlazarett verbringen zu müssen, aber mein Herz ist voll der Freude darüber, dass du nicht mehr dein Leben auf dem Schlachtfeld riskierst.
Tamara wächst und wächst und wächst. Sie kann sogar schon stehen, wenn sie sich festhält. Natürlich ist sie noch recht unsicher auf ihren kleinen Pummelbeinchen. Man muss ständig auf sie aufpassen - wann immer ich mich abwende, klettert sie auf den Tisch und schnappt sich, was ihre Händchen zu fassen kriegen. Gestern hätte sie beinahe einen Topf mit heißer Suppe über sich geschüttet! Ich glaube, ich werde die Müllerstochter als Hilfe einstellen, sonst fürchte ich, dass ich bald zu langsam für Tamara sein werde. Vor allem jetzt, da du fort bist und ich die Hausangelegenheiten sämtlich alleine versehen muss. Lieber Phillip, ich vermisse dich schrecklich und kann deine Rückkehr kaum erwarten. Ich bete jeden Tag zu Melitele für deine Gesundheit und die unserer Tochter und darum, dass unsere Familie bald wieder vollständig ist. Hoffentlich ist dieser furchtbare Krieg bald vorbei. Ich liebe dich.
Für immer dein,
- Anna