Einladung

Brief / Notiz · 146 Wörter · An Invitation

An meinen geschätzten „Verehrer“,

denn diesen Namen hast du dir ja selbst gegeben. Ich gestehe, dass ich diese Geheimniskrämerei ausgesprochen verführerisch finde. Von dem wunderbaren Gedicht ganz zu schweigen, dass du mir zugeschickt hast. Um nur meinen Lieblingsvers zu zitieren:

„Gut verborgen seh’ ich zu,
wie der Mond dich tunkt in Strahlen seines Lichts.
Dein Antlitz lässt mich kommen nicht zur Ruh,
oh, blasse Maid, schmelz’ ich beim Anblick dein’s Gesichts.“

Auch wenn wir uns noch nie getroffen haben, fliegt mein Herz dir bereits zu, liebster Verehrer! Lass endlich unsere Blicke sich treffen, damit wir sehen, ob uns in diesen bitterkalten Nächten die Liebe lacht. Denn verstohlene Blicke und Poesie allein wärmen uns nicht, habe ich recht?

Ich werde auf dem Dach bei dem Ort auf dich warten, von dem aus du mich beobachtest hast. Ich kenne ihn nämlich schon.
Deine blasse Dame aus fernen Landen

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