Die zweite Heilige des Tals, die heilige Tyna, wurde von einer einfachen Hirtin zu einer Wunderheilerin. Die Legenden besagen, dass es keine Krankheit gab, die sie nicht heilen konnte, keine eitrige Wunde, die sie nicht reinigen konnte. Auch heute noch begeben sich die Menschen scharenweise zum von ihr gegründeten Kloster, um an ihrem Sarkophag zu beten. Viele von ihnen kehren geheilt zurück.
Auch ich stattete dem Kloster einen Besuch ab und die Priorin, Oberin Berenike, erklärte sich dazu bereit, den Sarkophag zu öffnen, um mir die heiligen Überreste zu zeigen. Das Erste, was mir ins Auge fiel, war ein schimmerndes Medaillon, das auf der eingesunkenen Brust der Heiligen ruhte. Ich musste all meine Kraft zusammennehmen, um dem Drang zu widerstehen, nach ihm zu greifen.