Gewinne und Verluste im Monat Blathe
Tag drei
In den Hügeln von Champs Désolés nisten fliegende Reptilien. Sie fressen unsere Männer. Zuletzt haben sie Gilbert geschnappt - direkt von der Mauer weg. Gilbert ist eigentlich höchst wachsam, aber jedermanns Wachsamkeit lässt nach, wenn er gerade Wasser lässt. Filibert tobt. Die Kosten der Anwerbung und Ausbildung eines vollwertigen, fähigen Bandenmitglieds sind beträchtlich. Daher ist es höchst betrüblich, sie in Monsterdung verwandelt zu sehen.
Tag sieben
Wir haben eine Händlerkarawane aus dem östlichen Toussaint überfallen. Sie hatten weder eine Eskorte dabei, noch haben sie Widerstand geleistet, und doch haben wir praktisch keinen Gewinn gemacht. Die abgegriffenen Fetzen, die sie dabei hatten, würden allenfalls blankärschige Wilde von den Skellige-Inseln interessieren, und dahin ziehen wir in nächster Zeit nicht. Filibert tobte wieder und tötete einen der Kaufleute, einen Mann namens Lumierex. Der Rest zog nach Osten zurück.
Tag elf
Unsere Kundschafter haben drei Männer aufgegriffen, die durch den Wald geschlichen waren. Sie waren gekleidet wie die Bettler, die sie zu sein behaupteten. Aber wir ließen uns nicht hinters Licht führen. Als die drei ein bisschen härter angefasst wurden, gaben sie zu, Juweliere zu sein, die Gold aus den Minen von Maecht transportierten. Es war nur Roherz, jedoch von vielversprechender Qualität. Filibert befahl, die Juweliere zu töten. Lügner hasst er leidenschaftlich.
Tag siebzehn
Am anderen Ufer des Sansretour hat eine Expedition der Kaiserlichen Akademie in Castell Graupian ihr Lager aufgeschlagen. Gelehrte sind zwar nicht unbedingt für überbordenden Reichtum berühmt, aber diese hier verfügten über große Zelte und enorme Alkoholvorräte. Damit war ihr Schicksal besiegelt. Filibert schickte ein paar Männer zu ihnen.
Tag dreiundzwanzig
Nun ist schon seit fast zwei Wochen nichts Interessantes mehr die Hauptstraße entlanggekommen. Unterdessen sind weitere Jungs von uns von Rittern gefasst worden. Zwei sind tot, einer ist verwundet entkommen. Wir haben Ausrüstung für viele Kronen verloren. Filibert hat angeordnet, den Verwundeten wegen Nachlässigkeit auszupeitschen. Damit hat er ihm den Rest gegeben.
Tag vierundzwanzig
Unser Glück hat sich gewendet. Wir haben eine Winzerkarawane aus dem Süden abgefangen. Sie hatten ihre Waren verkauft und führten eine Menge Geld mit sich. Nach vorläufigen Schätzungen haben wir rund vierhundert Kronen pro Nase erbeutet. Filibert muss natürlich noch entscheiden, ob die Beute gleich verteilt wird.
Tag achtundzwanzig
Die Einheit, die um Vorräte zum Basane-Hof geschickt wurde, ist nicht zurückgekehrt. Unsere Lebensmittelversorgung ist schlecht. Man kann nicht nur von Alkohol leben, und auch Gold kann man nicht essen. Wir müssen ein paar Dörfer plündern.
Tag dreißig
Ich werde nun die Endabrechnung für den Monat Blathe vornehmen. Wir schreiben schwarze Zahlen - und was für welche. Sieht aus, als würden wir auch den kommenden Monat in dieser Gegend verbringen.