Letzte Worte eines Pesterkrankten

Brief / Notiz · 179 Wörter · Last Words of a Plague Victim

Herr, ich wünschte, ich könnte mit meiner Mialle sprechen, statt meine Gedanken auf feuchte Seiten zu kritzeln. Aber das ist alles, was mir geblieben ist. Und alles, was mir je bleiben wird, nicht wahr? Ich frage mich, wie lange es dauert, bis die Seuche mich holt. Habe ich noch Tage? Oder bloß Stunden? Wenn die Schwäche mich übermannt, werde ich erkennen, dass es vorbei ist? Finde ich noch einmal die Kraft aufzustehen? Ich glaube nicht, dass ich genesen werde. Selbst das Atmen fällt mir schwer.

Ich hoffe nur, dass sie verschont bleiben. Bitte, Gott, verschone sie. Ich ging, sobald ich mich krank fühlte. Ich werde hier allein sterben und ich werde deinen Namen preisen, Herr, solange du meine Familie vor der Pest bewahrst.

Doch während ich hier liege, frage ich mich: Sind wir vielleicht die Glücklichen? Diejenigen, die du zu dir in dein Reich holst, statt sie im vom Tod überschatteten Tal zurückzulassen?

Ich weiß es nicht, Herr. Ich weiß überhaupt nichts mehr. Aber du weißt es, und daher lege ich meine Frau und meine Töchter in deine Hände.

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