Lieber Vincentiu,
ich kann nicht sagen, ob dich dieser Brief je erreichen wird. Man sagt, das Sangora-Tal sei von der Außenwelt abgeriegelt worden. Aber wer weiß, mein lieber Cousin, vielleicht findet die Botschaft ja doch irgendwie ihren Weg nach Buda.
Und nun zu den jüngsten Geschehnissen. Welche Schande! Ich, Bartolomeu Mavrogheni, wurde vom Land meiner Vorfahren vertrieben. Aber was hätte ich tun können? Unsere Lande wurden von Bestien erobert, die sich selbst „Vrakhiri“ nennen. Sie ähneln den blutdürstigen Monstern aus den Geschichten, die Tante Flora uns immer erzählte. Ich weiß, wie schwer das zu glauben ist, doch es ist die Wahrheit. All meine bisherigen Widersacher verblassen gegen sie. Man kann sie weder mit dem Schwert noch mit politischen Intrigen bezwingen. Ich brauche Zeit. Ich brauche Verbündete. In Maragir werde ich keine finden, so viel steht fest. Einer dieser Vrakhiri, ein gewisser Ambrus, hat die meisten anderen Adeligen getötet und an sich gerissen, was einst mir gehörte.
Also bin ich geflohen. Im Wald habe ich eine Höhle gefunden. Nicht der angenehmste Schlafplatz, aber immerhin ein brauchbares Versteck zum Pläneschmieden. Ich werde meine Heimat zurückerobern. Und Ambrus‘ Kopf wird aufgespießt auf einem Speer enden!
Morgen werde ich bei Tage zurück nach Maragir gehen – natürlich in Verkleidung. Die Bauern werden mich nicht erkennen. Ohnehin haben sie meist nur auf ihre Stiefelspitzen gestarrt, wenn es denn einmal nötig war, zu ihnen zu sprechen.
Wenn du also diesen Brief erhältst, schick Hilfe! Und bete zu Gott, dass ich lang genug überlebe, um dich eines Tages einmal wiederzusehen.
In Verbundenheit
Bartolomeu
ich kann nicht sagen, ob dich dieser Brief je erreichen wird. Man sagt, das Sangora-Tal sei von der Außenwelt abgeriegelt worden. Aber wer weiß, mein lieber Cousin, vielleicht findet die Botschaft ja doch irgendwie ihren Weg nach Buda.
Und nun zu den jüngsten Geschehnissen. Welche Schande! Ich, Bartolomeu Mavrogheni, wurde vom Land meiner Vorfahren vertrieben. Aber was hätte ich tun können? Unsere Lande wurden von Bestien erobert, die sich selbst „Vrakhiri“ nennen. Sie ähneln den blutdürstigen Monstern aus den Geschichten, die Tante Flora uns immer erzählte. Ich weiß, wie schwer das zu glauben ist, doch es ist die Wahrheit. All meine bisherigen Widersacher verblassen gegen sie. Man kann sie weder mit dem Schwert noch mit politischen Intrigen bezwingen. Ich brauche Zeit. Ich brauche Verbündete. In Maragir werde ich keine finden, so viel steht fest. Einer dieser Vrakhiri, ein gewisser Ambrus, hat die meisten anderen Adeligen getötet und an sich gerissen, was einst mir gehörte.
Also bin ich geflohen. Im Wald habe ich eine Höhle gefunden. Nicht der angenehmste Schlafplatz, aber immerhin ein brauchbares Versteck zum Pläneschmieden. Ich werde meine Heimat zurückerobern. Und Ambrus‘ Kopf wird aufgespießt auf einem Speer enden!
Morgen werde ich bei Tage zurück nach Maragir gehen – natürlich in Verkleidung. Die Bauern werden mich nicht erkennen. Ohnehin haben sie meist nur auf ihre Stiefelspitzen gestarrt, wenn es denn einmal nötig war, zu ihnen zu sprechen.
Wenn du also diesen Brief erhältst, schick Hilfe! Und bete zu Gott, dass ich lang genug überlebe, um dich eines Tages einmal wiederzusehen.
In Verbundenheit
Bartolomeu