Der durstige Riese

Buch · 160 Wörter · The Thirsty Giant

Es war einmal ein Riese und sein Fleisch war aus Stein, hart und kantig.
Und da er aus Stein bestand, war der Riese ewig trocken, ewig durstig.
So trank der Riese. Er trank Flüsse, Seen und Ströme.
Bald war alles ausgetrocknet, verwelkt und sterbend.
Da flehten die Männer und Frauen den Riesen an, er möge aufhören.
Doch der Riese sprach: „Dann sollt ihr meinen Durst stillen.“
So wurden Tempel für ihn errichtet, aus Stein, wie er selbst, riesige Zikkurate.
Und viele Männer und Frauen starben und ihr Blut floss die endlosen Stufen hinab.
Die Überlebenden lebten in Furcht, zitternd vor dem Morgen.
Eines Tages jedoch drangen sie in die Himmel ein, wo der Riese wohnte, und töteten ihn.
Doch Stein kann nicht wirklich zerstört werden, nur in Scherben und Splitter zerspringen.
Scherben und Splitter, die sich leicht tief in weiches Fleisch bohren.
Und der Riese, wenn auch tot, lebt weiter, zersplittert und durstiger als je zuvor.
So sagen die Arimaspii.

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