
Radovid V. der Gestrenge
Radovid V the Stern
Aus dem Journal
König Radovid von Redanien brauchte nicht lange, um sich als harter und unbarmherziger Herrscher zu erweisen, der vollkommen zurecht "der Gestrenge" genannt wurde. Sein Vater, König Vizimir, wurde ermordet, als Radovid noch ein Kind war, und seine Mutter, Hedwig von Malleore, und ein Regentenrat regierten an seiner statt. Doch schon bald riss der junge Radovid die Macht an sich und rächte sich an jenen, die ihn mit Missachtung gestraft hatten. Mögliche politische Gegner zwang er dazu, ihm die Treue zu schwören, oder ließ sie aus dem Weg räumen, wenn sie sich weigerten. Er erklärte nicht nur Nilfgaard den Krieg, sondern auch den Magiern, in denen er die Wurzel allen Übels sah. Und er versuchte alles, um die Kontrolle über die freie Stadt Novigrad zu erlangen, deren Flotte und Schatzkammer den Konflikt zu seinen Gunsten entscheiden konnten.
Geralts Treffen mit Radovid bestätigte die Gerüchte, die sich um den geistigen Zustand des Königs rankten. Der Herrscher Redaniens war ein gefährlicher Wahnsinniger, gefangen in seiner eigenen Welt verstörender Visionen. Doch sein Wahnsinn machte ihn keinen Deut dümmer oder weniger gerissen. Trotz seiner Geisteskrankheit manipulierte der junge König seine Gegner wie ein geschickter Puppenspieler.
Radovid hegte einen besonderen Hass gegen die Zauberin Philippa Eilhart, dessen Ursprung bereits in seiner frühen Kindheit liegt. Gerüchte besagten, dass er sich eine spezielle Folter nur für sie ausgedacht hätte - und während die zwei Dutzend Stufen dieser Folter sicherlich eine Übertreibung waren, so setzten sie jedoch ein klares Zeichen für das Ausmaß seines Hasses.
Durch die Schrecken von Radovids Herrschaft sehnten sich nicht nur seine Feinde, sondern auch seine Verbündeten und selbst seine Untertanen nach seinem Tod.
Der Ausdruck "Monster in Menschengestalt" passte auf Radovid den Gestrengen wie die Faust aufs Auge. Vielleicht waren es diese grausamen und bestialischen Gewalttaten dieses Wahnsinnigen, die den Hexer schließlich dazu bewegten, sich mit den Plänen für seine Ermordung zu befassen.
Der Hass auf Philippa Eilhart erwies sich als Radovids Schwäche. Er war bereit, alles zu tun, um sie in seine Gewalt zu bringen - er verließ sogar den Schutz seines Flaggschiffs.
Der Plan, Radovid aus seinem Versteck zu locken, ging auf - wenn auch nicht ohne Komplikationen. Verärgert ob Geralts unverblümter Art, verlangte Radovid nach dem Blut des Hexers und Geralt entkam der Axt des Henkers nur durch das Eingreifen seiner Mitverschwörer. Die dadurch entstandene Verzögerung erlaubte es dem König, seinen Mördern beinahe zu entkommen, doch am Ende konnte er seinem Schicksal nicht entrinnen und starb schließlich durch die Hand Philippa Eilharts, die wie eine Furie der Rache auf ihn herabstürzte, um sich für all das zu rächen, was er ihr angetan hatte.