Olgierd von Everec

Olgierd von Everec

Hearts of Stone Gwint-Gegner (Monster)

Aus dem Journal

Ich weiß bis heute nicht, was Geralt dazu brachte, jenen Auftrag von Olgierd von Everec anzunehmen. Die berüchtigte Hexerneugier? Eine erschreckend leichte Börse? Vielleicht noch ruchlosere Kräfte ... Wie auch immer, Geralt beschloss, den berüchtigten Edelmann aufzusuchen und sich um die Belohnung zu bemühen, die auf das Monster in der Kanalisation ausgesetzt war.

Der Hexer erkannte sofort, dass Olgierd ein ganz spezieller Charakter war. Er führte einen formlosen Trupp an, der den Boden anbetete, über welchen er zu wandeln geruht hatte. Olgierd unterschied sich dabei deutlich von seinen Truppmitgliedern. Er war ein gebildeter Kunstliebhaber und Anhänger eines gewissen Adelskodexes. Und da war auch noch etwas Undefinierbares an dem Mann - etwas, das der Hexer Jahre später als "Leere, die danach schreit, ausgefüllt zu werden" bezeichnen würde.

Später kehrte Geralt zu jenem Anwesen zurück, in dem er Olgierd und seinen Trupp getroffen hatte. Es stand in Flammen. Der Hexer erfuhr bald, dass Olgierd nicht der Hausherr war, sondern der Ataman seiner Männer, die das Anwesen nur in Beschlag genommen und es mit ihren Ausschweifungen inzwischen übertrieben hatten. Den pyrotechnischen Überschwang nahm Olgierd nicht krumm, doch der Mord am Hausherrn war ihm eine Grausamkeit zu viel, und er befahl, den Täter zu enthaupten. Mitten in der Exekution kam Geralt hinzu. Im folgenden Tumult machte er eine verblüffende Entdeckung: Olgierd von Everec war unsterblich.

Und dies war nicht die letzte Überraschung, die Olgierd bereithielt. Der Spiegelmeister enthüllte einen Pakt zwischen den beiden: Im Austausch für die Wiedererlangung von Status und Vermögen hatte Olgierd dem Spiegelmeister etwas sehr Persönliches versprochen - was genau, das wusste Geralt noch nicht. Der Pakt hatte eine merkwürdige Klausel: Ehe er als erfüllt galt und der Spiegelmeister seinen Lohn beanspruchen konnte, musste er Olgierd drei Wünsche erfüllen. Das konnte er nicht persönlich tun, sondern musste dafür einen Stellvertreter beauftragen. Und auf wen fiel die Wahl wohl? Auf Geralt, der auf diese Art in die persönliche Abrechnung zwischen dem mächtigen, unsterblichen Adligen und jenem mysteriösen Gaunter O’Dim geriet.

Als Olgierd hörte, dass Geralt seine Wünsche erfüllen würde, verlor er keine Zeit und teilte ihm direkt die ersten Aufgaben mit: Das Haus von Maximilian Borsody möge der Hexer ihm bringen und außerdem Olgierds Bruder Vlodimir die Sause seines Lebens bereiten ...

Olgierds Wünsche waren tatsächlich schwierig zu erfüllen, doch die Mühe lohnte sich. Denn Geralt erfuhr so einiges über den außergewöhnlichen Adligen - in der Tat hätte die Geschichte selbst jeden Zyklopen zum Heulen gebracht.

Einst war Olgierd in tiefer Liebe zu einer schönen jungen Dame aus einer wohlhabenden Familie entbrannt. Iris war ihr Name. Ihre Eltern nahmen sein Werben an, und die Aussichten waren rosig, als plötzlich das Schicksal zuschlug und den von Everecs hart zusetzte. Mehrere Fehlentscheidungen, einige Missernten, und die einst so wohlhabende Familie war tief verschuldet. Diese Schuld wurde von den Borsodys gekauft und so unbarmherzig eingefordert, dass die Familie von Everec Bankrott ging. Hierauf änderte sich die Einstellung der Brauteltern dem zukünftigen Schwiegersohn gegenüber. Sie widerriefen ihr Einverständnis zur Vermählung und versprachen Iris stattdessen einem ophirischen Prinzen, der in Oxenfurt seinen Studien nachging. In seiner Verzweiflung wandte sich Olgierd an den Spiegelmeister. Bald hatte er alles zurück - sein Vermögen, seinen Einfluss und vor allem seine Verlobte. Wieder waren die Aussichten rosig - bis die Nebenwirkungen von Olgierds Wunsch offenbar wurden: Sein Herz wurde allmählich zu Stein.

Nun war der Hexer im Begriff, den Pakt zwischen Olgierd und dem Spiegelmeister zum Abschluss zu bringen. Ob das hieß, dass alles bald wieder so sein würde, wie es einst gewesen war? Geralt erlaubte sich gewisse Zweifel. Vor allem eins beschäftigte ihn: Was war dieses "sehr Persönliche", das Gaunter O’Dim als Lohn von Olgierd verlangt hatte?

Als Geralt klar wurde, dass der Spiegelmeister tatsächlich das höchste Gut von Olgierd von Everec verlangt hatte, nämlich dessen Seele, beschloss er, einzugreifen. Es gelang ihm, das dämonische Wesen zu überlisten und Olgierds Seele zu retten. Vom Pakt erlöst und mit befreitem Herzen dankte Olgierd Geralt, gab ihm seinen Säbel - ein altes Familienerbstück - und ging einer besseren Zukunft entgegen.

Geralt musste sich nicht lange gedulden, bis er erfuhr, worin der Kern des Pakts zwischen Olgierd von Everec und Gaunter O'Dim bestand: Für die Wiedererlangung seines Familienvermögens, seines guten Namens und seiner Verlobten hatte Olgierd dem Spiegelmeister seine Seele versprochen. Geralt konnte nur zusehen, als O'Dim sich nun holte, was ihm zustand. So endete die tragische Geschichte von Olgierd von Everec, einem Mann, der gelebt hatte, als gäbe es kein Morgen, gezecht, als wäre es stets das erste Mal, und um seiner Liebe willen sogar seine Seele gegeben hatte.

Je nach Ausgang: … Geralt hätte eingreifen können, doch aus irgendeinem Grund stand er nur daneben und sah zu, als O'Dim sich holte, was ihm zustand. So endete die tragische Geschichte von Olgierd von Everec, einem Mann, der gelebt hatte, als gäbe es kein Morgen, gezecht, als wäre es stets das erste Mal, und um seiner Liebe willen sogar seine Seele gegeben hatte.

Gwint-Kartensatz 28

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