
Vivienne de Tabris
Blood and Wine
Aus dem Journal
Vivienne de Tabris war eine Hofdame Herzogin Anna Henriettas. Sie war geheimnisvoll, distanziert und schweigsam, doch ihre Schönheit faszinierte die Männer. Den Beweis dafür erhielt Geralt, als er einen Auftrag von Guillaume annahm, der Vivienne liebte und glaubte, sie leide unter einem Fluch. Geralt musste am Ritterturnier teilnehmen, um eine Audienz bei ihr zu erhalten, denn die Hofdame war die Schirmherrin der Veranstaltung.
Geralt folgte Vivienne, untersuchte die Hinweise und kam zum Ergebnis, dass Guillaume Recht hatte. Vivienne war tatsächlich schon vor ihrer Geburt mit einem mächtigen Fluch belegt worden: Bei Mondschein verwandelte sie sich in einen Vogel. Geralt hörte sich die Geschichte dieses Fluchs an und erbot sich dann, ihn zu brechen. Er warnte sie, dass das keine einfache Sache sein würde. Der Fluch konnte auf eine andere Person übertragen werden, doch Vivienne wollte nichts davon hören. Es war auch möglich, den Fluch gänzlich zu entfernen, doch dann bestand die Gefahr, dass Vivienne nur noch wenige Lebensjahre bleiben würden.
Geralt beschloss, Guillaume zu erzählen, was er erfahren hatte. Guillaume bot seine Hilfe im Kampf gegen den Fluch an und erklärte sich bereit, die Bürde auf sich zu nehmen.
Geralt behielt für sich, was Vivienne ihm anvertraut hatte, obwohl Guillaume entschlossen war, ihr auf jede erdenkliche Weise zu helfen.
Nach dem, was Geralt ihm erzählt hatte, überzeugte Guillaume Vivienne, den Fluch von ihr auf ihn zu übertragen. Geralt zufolge würde der Fluch sich bei einer Übertragung erheblich abschwächen. Vivienne glaubte Guillaume, dass seine Absichten lauter waren, und beschloss, ihm zu vertrauen.
Sie führten das Ritual zu dritt aus. Danach war Vivienne vom Fluch erlöst. Guillaume seinerseits bemerkte keine unmittelbaren Folgen.
Guillaume wollte Vivienne überzeugen, dass er nur ihr Bestes im Sinne hatte, doch sie zog ihre Unabhängigkeit vor. Sie und Geralt führten gemeinsam das Ritual aus und hoben den Fluch auf.
Guillaume und Vivienne blieben zusammen. Der Fluch ließ dem Ritter an den seltsamsten Stellen Federn sprießen, aber das betrübte ihn nicht allzu sehr. Vivienne fand sogar Gefallen daran.
Vivienne war zum ersten Mal in ihrem Leben frei. Sie beschloss, ihre verbleibenden Jahre zu genießen, und brach zu einer Weltreise auf.