
Birna
Aus dem Journal
Es kann schwierig sein, als Herrscherin den Respekt von Rittern und Kriegern zu erlangen, die an Zügel der Macht in weiblichen Händen nicht gewöhnt sind. Es kommt erschwerend hinzu, wenn man so wie Birna, Witwe König Brans von Skellige, voller Verachtung für die eigenen Landsleute und deren Gebräuche ist - auch wenn diese Einstellung angesichts der Tatsache einleuchten mag, dass die Gebräuche von Birna verlangt hätten, sich auf den Begräbnisscheiterhaufen ihres Gatten zu werfen. Gerechtfertigt oder nicht - Birnas Ansinnen, die uralten Traditionen von Skellige umzugestalten, brachte die Jarls gegen sie auf und schmälerte ihre Chancen, dass man sich einst als erfolgreiche, geachtete Herrscherin wie Calanthe von Cintra oder Meve von Lyrien an sie erinnern würde.
Birna wiederum machte keinen Hehl daraus, wie sehr der Brauch, einen Herrscher unter den Jarls zu wählen, sie anwiderte. Sie träumte von einer Erbdynastie - am besten begründet durch sie selbst und ihren Sohn, den jungen Svanrige.
Es war vermutlich diese Machtgier, die Birna zu jener Verschwörung trieb, welche im Massaker von Kaer Trolde gipfelte.
Die Beweise, die Geralt und Cerys zusammengetragen hatten, besiegelten Birnas Schicksal.
Birna erfüllte sich den Traum von ihrem Sohn auf dem Throne Skelliges, doch aus ihren Plänen, jeden Schritt von Svanrige zu kontrollieren, wurde nichts. Der frisch gekrönte König machte rasch klar, dass er selbst zu regieren gedachte.