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Yōkai: Dämonen Japans gestern und heute

„Yōkai: Dämonen Japans gestern und heute“ – E-Mail aus Cyberpunk 2077.

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Sie hausen auf Berggipfeln, in Flüssen und Ozeanen, in den Straßen der Stadt und auf jeder Etage von jedem Megagebäude, in der die Ziffer 4 vorkommt, sogar in deiner Waschmaschine oder deinem Infovisier. Einige tauchen an festen Orten auf, während andere eine bestimmte Person heimsuchen. Sie sind es, wenn du inmitten einer verlassenen Wüste auf einmal seltsame Geräusche hörst. Sie sind es, wenn du das Gefühl hast, dass dich jemand beobachtet, obwohl weit und breit keine Menschenseele zu sehen ist. Sie sind es, wenn du etwas aus den Augenwinkeln bemerkst, das niemand anderes zu sehen scheint, obwohl du gerade erst für eine Untersuchung beim Ripperdoc warst!
In der japanischen Literatur finden die Yōkai erstmals im Jahr 797 Erwähnung. Diese mysteriösen Geschöpfe sind, obwohl sie eng mit dem unsichtbaren Reich der Toten in Verbindung stehen, seit Aufkommen des Animismus in der japanischen Folklore am Leben. Es ist nicht so, als ob Japaner an Yōkai glauben würden; nein, sie wissen einfach, dass es sie gibt.
[...] Zusätzlich zu Phantomen, Ogern und anderen mysteriösen Phänomenen zählt zu den Yōkai auch eine Gruppe metamorpher Dämonen, Obake oder Bakemono genannt. Von diesen Kreaturen wird erzählt, dass sie die Gestalt einer gesichtslosen Person, einer einäugigen Vogelscheuche oder eines Tiers annehmen.
[...] Es heißt, dass Katzen bei Erreichen eines bestimmten Alters zu Yōkai werden. Diese sogenannten Bakeneko sind dann in der Lage, auf ihren Hinterbeinen zu laufen, zu reden und zu tanzen, menschliche Form anzunehmen und sogar ihre Besitzer zu verschlingen, um ihre Plätze einzunehmen. Manchmal besuchen Bakeneko Menschen im Schlaf und ihnen wird sogar nachgesagt, dass sie die Toten zum Leben erwecken können – sie müssen nur über eine Leiche springen, um sie wiederzuerwecken.
Allerdings sind die Dämonen noch weitaus mächtiger. Bei der Begegnung mit einer zweischwänzigen Katze ist höchste Vorsicht geboten. Es handelt sich nämlich um einen Nekomata, einen Yōkai mit schamanischen und nekromantischen Fähigkeiten, der Menschen verfluchen und Tote kontrollieren kann. In seiner menschlichen Form ähnelt ein Nekomata einer alten Frau, die häufig von irgendeinem Stoff abhängig ist und von einer unheimlichen, verstörenden Aura umgeben ist.
Doch will ich an dieser Stelle allen amerikanischen Lesern dieses Buchs versichern, dass wir heutzutage einer Bakeneko am ehesten in Form einer Glück bringenden Manekineko-Figur begegnen werden. Schließlich sind echte Katzen in unserer Welt seltener als Yōkai geworden.

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