Shard Phantom Liberty

Marc Lewis’ Tagebuch

„Marc Lewis’ Tagebuch“ – Shard aus Cyberpunk 2077 (Phantom Liberty). 22. Juni Heute ist mein 13. Geburtstag, mein erster Geburtstag, an dem ich nicht in Night City bin. Ich bin echt traurig. 23. Juni Was vermisse ich alles?

Text

22. Juni
Heute ist mein 13. Geburtstag, mein erster Geburtstag, an dem ich nicht in Night City bin. Ich bin echt traurig.

23. Juni
Was vermisse ich alles? Ich vermisse es, ein Badezimmer mit einer Dusche und einer Toilette zu haben. Ich vermisse mein Zimmer mit meinem gemütlichen Bett und meinen Spielen. Ich vermisse es, eine Putzfrau zu haben und Essen zu bestellen. Ich vermisse die saubere Luft vom Luftreiniger und meine Freunde aus der Schule. Ich vermisse sogar die Arasaka-Schule und die Hausaufgaben.

25. Juni
Mama und Papa haben sich schon wieder gestritten.

27. Juni
Papa kam heute „nach Hause“ in unseren Container und er roch echt eklig. Mama meinte, dass er zugedröhnt ist, aber er hat gesagt, er hat nur ein paar Bier getrunken. Dann wollte er nicht mehr reden. Ich hatte Angst. Dann hat er einen Braindance geguckt und Mama hat gesagt, er soll aufhören, aber das wollte er nicht. Irgendwann hat er sich in die Hose gemacht und dann roch es noch viel ekliger.

30. Juni
Mama meinte, wenn ich nicht wäre, würde sie Papa einfach verlassen. Ich weiß nicht, wie ich das finde.

4. Juli
Irgendwelche Leute waren hier und haben uns ausgeraubt. Ich hatte Angst. Die haben Papa verprügelt.

5. Juli
Mama war heute richtig sauer auf Papa. Sie hat ihn angeschrien, dass das alles seine Schuld ist, dass er dumm war und ein beschissener Journalist. Papa hat sie geschlagen. Ich wollte ihn aufhalten und da hat er mich auch geschlagen.

6. Juli
Papa hat immer wieder gesagt, wie sehr es ihm leidtut, er hat gar nicht mehr damit aufgehört, und irgendwie war das noch schlimmer, als er mich geschlagen hat. Ich konnte ihn überhaupt nicht angucken. Er hat versprochen, dass das nie wieder passiert, aber ich weiß nicht, ich glaub ihm irgendwie nicht.

7. Juli
Papa war betrunken und hat über seinen Job bei N54 News geredet und dass er mal ein echter Journalist war, einer von den wenigen richtigen Journalisten, die noch übrig waren. Ich hab ihn gefragt, warum wir dann hier sind, und er hat gesagt: „Manchmal, wenn man das Richtige tut, ist das extrem dumm.“

8. Juli
Mama meinte, ich muss auch im Stadion arbeiten gehen, weil wir nicht genug Geld haben.

9. Juli
Ich hab angefangen, für einen Laden für Medikamente zu arbeiten. Ich muss immer von einem Verkäufer zum nächsten gehen und alle brauchen irgendwas, als wären die alle krank, aber ich find, die sehen eigentlich alle gesund aus.

10. Juli
Ich hab meine Bezahlung für heute nach Hause gebracht, aber jetzt find ich sie nicht mehr.

11. Juli
Papa hat sie geklaut. Mama hat ihn wieder angeschrien und gesagt, er ist gar kein Journalist, sondern ein nichtsnutziger Dieb, dass ein richtiger Journalist wüsste, was er nicht schreiben darf, weil er sonst seinen Job verliert. Papa hat sie wieder geschlagen. Ich hab nicht wieder versucht, ihn davon abzuhalten. Ich fühl mich wie ein Feigling. Ich vermisse meine Freunde.

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