Die Wahrheit über Cyberpsychose
„Die Wahrheit über Cyberpsychose“ – E-Mail aus Cyberpunk 2077. Ich habe die Nase voll von sinnlosen Amokläufen, die täglich hunderte Unschuldige das Leben kosten. Ich habe die Nase voll von leeren, immer gleichen Diskussionen um Implantatverbote.
Text
Ich habe die Nase voll von sinnlosen Amokläufen, die täglich hunderte Unschuldige das Leben kosten. Ich habe die Nase voll von leeren, immer gleichen Diskussionen um Implantatverbote. Ich habe die Nase voll davon, dass das Problem der Cyberpsychos totgeschwiegen wird.
In der heutigen amerikanischen Gesellschaft gibt es immer noch weitverbreitete Gerüchte und Missverständnisse bezüglich sogenannter technologiebezogener Persönlichkeitsstörungen. Die Leute scheinen zu glauben, dass sie sich in zwielichtigen Ripperdoc-Kliniken „anstecken“ können. Wissenschaftler sind sich angeblich uneinig über die Ursachen der Krankheit, ja, sogar darüber, ob sie überhaupt existiert. Vielleicht würden sie ihre Meinung ändern, wenn ein Cyberpsycho ihr Labor in ein Schlachthaus verwandelte. Doch wer weiß, vielleicht selbst dann nicht. Schließlich erhalten sie die fetten Schecks von der Cyberware-Lobby nicht, um öffentlich zu erklären, welche ekelhaften Nebenwirkungen ihre Produkte haben.
Ich habe selbst auf dem Gebiet der Cyberpsychose geforscht und kann mit größtem Selbstbewusstsein feststellen, dass diese Krankheit in der Tat eine Begleiterscheinung unseres modernen Lebenswandels und der an Besessenheit grenzenden Gier nach moderner Technik in unser aller Leben ist. Während kybernetische Implantate unsere Hirnchemie direkt beeinflussen, dienen sie nur als Katalysator für die Entwicklung der Krankheit.
Unsere Welt ist aktuell einem Prozess exzessiver Entmenschlichung ausgesetzt. Wir umgeben uns mit immer mehr Automaten, Maschinen und künstlichen Intelligenzen. Unsere Familien und Freunde ersetzen ihre natürlichen Augen, Lippen und Gesichter durch Masken aus Metall. Einige von uns verlieren gar den rechten Blick dafür, was noch menschlich ist; wir rutschen immer tiefer in die völlige Entfremdung und tiefsitzende Panik ab. Wir verlieren die Fähigkeit, zwischen dem Echten und dem Künstlichen, Digitalen und Synthetischen zu unterscheiden ... Betroffene fangen an, sich abzukapseln, ihre Empathie zu verlieren und durchleben extreme Stimmungsschwankungen, die schon an Sadismus grenzen. Die furchteinflößendste Komponente an alldem ist jedoch, dass die meisten nie identifiziert werden.
Nicht alle Cyberpsychos sind bekannte Kriegsveteranen oder ehemalige Söldner, ausgerüstet mit Sandevistan-Reflextech. Nicht alle werden auffällig, weil sie sich Gefechte mit MaxTac liefern. Viele Cyberpsychos unserer Welt tragen nur ein einziges Implantat in sich – zum Beispiel Knie oder Leber. Sie bleiben unsichtbar. Sie kapseln sich von Freunden, Kollegen und Familienmitgliedern ab. Die Welt außerhalb des Nets und außerhalb ihrer Wahnvorstellungen ist aus ihrer Wahrnehmung verschwunden. Sie sind krank und allein, und niemand rührt auch nur einen Finger.
Wer an dieser Stelle eine eloquente Zusammenfassung erwartet, wird leider enttäuscht. Vielleicht lassen Sie einfach folgenden Fakt für sich sprechen: Weil ich das hier verfasst habe, wurde ich aus dem Kybernetik-Forschungsteam von Zetatech ausgeschlossen.
In der heutigen amerikanischen Gesellschaft gibt es immer noch weitverbreitete Gerüchte und Missverständnisse bezüglich sogenannter technologiebezogener Persönlichkeitsstörungen. Die Leute scheinen zu glauben, dass sie sich in zwielichtigen Ripperdoc-Kliniken „anstecken“ können. Wissenschaftler sind sich angeblich uneinig über die Ursachen der Krankheit, ja, sogar darüber, ob sie überhaupt existiert. Vielleicht würden sie ihre Meinung ändern, wenn ein Cyberpsycho ihr Labor in ein Schlachthaus verwandelte. Doch wer weiß, vielleicht selbst dann nicht. Schließlich erhalten sie die fetten Schecks von der Cyberware-Lobby nicht, um öffentlich zu erklären, welche ekelhaften Nebenwirkungen ihre Produkte haben.
Ich habe selbst auf dem Gebiet der Cyberpsychose geforscht und kann mit größtem Selbstbewusstsein feststellen, dass diese Krankheit in der Tat eine Begleiterscheinung unseres modernen Lebenswandels und der an Besessenheit grenzenden Gier nach moderner Technik in unser aller Leben ist. Während kybernetische Implantate unsere Hirnchemie direkt beeinflussen, dienen sie nur als Katalysator für die Entwicklung der Krankheit.
Unsere Welt ist aktuell einem Prozess exzessiver Entmenschlichung ausgesetzt. Wir umgeben uns mit immer mehr Automaten, Maschinen und künstlichen Intelligenzen. Unsere Familien und Freunde ersetzen ihre natürlichen Augen, Lippen und Gesichter durch Masken aus Metall. Einige von uns verlieren gar den rechten Blick dafür, was noch menschlich ist; wir rutschen immer tiefer in die völlige Entfremdung und tiefsitzende Panik ab. Wir verlieren die Fähigkeit, zwischen dem Echten und dem Künstlichen, Digitalen und Synthetischen zu unterscheiden ... Betroffene fangen an, sich abzukapseln, ihre Empathie zu verlieren und durchleben extreme Stimmungsschwankungen, die schon an Sadismus grenzen. Die furchteinflößendste Komponente an alldem ist jedoch, dass die meisten nie identifiziert werden.
Nicht alle Cyberpsychos sind bekannte Kriegsveteranen oder ehemalige Söldner, ausgerüstet mit Sandevistan-Reflextech. Nicht alle werden auffällig, weil sie sich Gefechte mit MaxTac liefern. Viele Cyberpsychos unserer Welt tragen nur ein einziges Implantat in sich – zum Beispiel Knie oder Leber. Sie bleiben unsichtbar. Sie kapseln sich von Freunden, Kollegen und Familienmitgliedern ab. Die Welt außerhalb des Nets und außerhalb ihrer Wahnvorstellungen ist aus ihrer Wahrnehmung verschwunden. Sie sind krank und allein, und niemand rührt auch nur einen Finger.
Wer an dieser Stelle eine eloquente Zusammenfassung erwartet, wird leider enttäuscht. Vielleicht lassen Sie einfach folgenden Fakt für sich sprechen: Weil ich das hier verfasst habe, wurde ich aus dem Kybernetik-Forschungsteam von Zetatech ausgeschlossen.