E-Mail

„Bushido“ und der Neopostmodernismus

„„Bushido“ und der Neopostmodernismus“ – E-Mail aus Cyberpunk 2077. Das „Bushido“-Franchise ist ein Lackmustest für unsere Generation.

Text

Das „Bushido“-Franchise ist ein Lackmustest für unsere Generation. Diese bahnbrechende Filmreihe entlarvt das gesamte Spektrum der amerikanischen Gesellschaft in all ihrer Schönheit und Hässlichkeit und weist meisterhaft auf die größten Probleme unserer neomodernen Zeit hin. „Schnell leben, nie sterben“ war auf seine eigene Art ein lebensbejahendes Generationsmanifest. Lebendige Farben, zittrige Kinematographie sowie die allgegenwärtigen Blut- und Hirnsprengeffekte bezeugen die außergewöhnliche Selbstwahrnehmung des Regisseurs, der einmal in einem Interview sagte, dass er es „verdammt noch mal liebt, wenn heiße Frauen die bösen Jungs auseinandernehmen“. Kein anderes Konzept beschreibt besser das unterschwellige Gesellschaftsethos, das zum Erscheinungstermin von „Bushido 3“ vorherrschend war.
Besonders bemerkenswert ist das in allen Teilen wiederkehrende Implantatbomben-Motiv, mittels dessen der Protagonist die Realität immer wieder aufs Neue interpretiert. Ein Beispiel für die makellose Implementierung dieses Grundsatzes taucht im neuesten Film der Reihe auf – „Bushido X: Fade to Black“: Die Szene, in der das mächtige Wesen Gorira dem vom absolut genialen Tim Kelly gespielten Titelhelden Jake den Arm abtrennt, demonstriert auf brillante Art und Weise die Dualität des menschlichen Daseins. Einerseits verliert Jake seinen kybernetischen Arm – ein Symbol sowohl für seine tragische Vergangenheit als auch den techno-ontologischen Konflikt, der in seiner Seele tobt. Andererseits ist genau dieser Verlust letztlich der Grund für Goriras sensationelle Explosion in tausend Stücke. Wie lässt sich diese schlussendliche Auflösung des Körpers des Antagonisten in einer wahren Blutorgie interpretieren? Es ist ein metaphorischer Verzweiflungsschrei, eine Manifestation der persönlichen Grenzüberschreitung des Helden. Die Körperfragmentierung könnte ebenso als Fragmentierung des Verstands des Individuums betrachtet werden, was allerdings folgende Frage aufwirft: Um wessen Verstand handelt es sich? War womöglich alles, was der Zuschauer von Jakes Kampf sah, eigentlich seine in Gestalt eines Monsters verkörperte Angst? Gab es vielleicht gar keine epische Schlacht mit besagtem Monster, sondern handelte es sich die ganze Zeit um Jakes Kampf gegen sich selbst? Könnte seine ganze Geschichte nur die Manifestation eines cyberpsychotischen Traumzustands sein?
Inmitten all der Tiefe und Feinheit, die diese Filmreihe seit ihrem Anfang begleiten, ist ein Fakt unumstritten: „Bushido“ hat die Welt des Kinos für immer verändert und geprägt.

Hilf uns zu sehen, welche Guides, Builds und Werkzeuge gelesen werden – damit wir die richtigen Spiele zuerst ausbauen. Dafür nutzen wir Google Analytics (Cookies, Nutzungsdaten, auch in den USA), nur mit deiner Zustimmung. Keine Werbung, kein Verkauf deiner Daten. Ändern kannst du das jederzeit unter „Cookie-Einstellungen“ am Seitenende.

Datenschutz Impressum

Spiel wechseln

Action-RPG

Open-World-RPG

Survival-RPG

Bald verfügbar

Tools