E-Mail

Gefangen im Maelstrom

„Gefangen im Maelstrom“ – E-Mail aus Cyberpunk 2077. Ich stehe mitten im Totentanz, mit weißen Knöcheln umklammere ich ein Achilles M179e. Nur Sekunden vor dem Angriff wurde mir das Gewehr in die Hand gedrückt.

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Ich stehe mitten im Totentanz, mit weißen Knöcheln umklammere ich ein Achilles M179e. Nur Sekunden vor dem Angriff wurde mir das Gewehr in die Hand gedrückt. Gesicht, Arme und meine Synthlederjacke triefen von Blut und Hirnmasse des Psychos, den ich gerade abgeknallt habe. Mein Kontaktmann, ein dreißigjähriger Maelstromer mit grünem Iro, klopft mir auf die Schulter.
„Alter, Phil, du hast es echt drauf“, sagt er anerkennend. „Hab dich für ’ne Pussy gehalten, aber du hast scheinbar doch ein Paar stahlharte Eier in der Hose. Und keine Sorge wegen dem Schrotthaufen. Wenn nicht wenigstens zwanzig Leichen herumliegen, ist es keine echte Maelstrom-Party!“
Was als ohnehin beunruhigendes Erlebnis begann, hat sich zur Katastrophe entwickelt. Die anderen Maelstromer machen sich weiter über mich lustig, aber zwischen all den verzerrten Stimmen erahne ich einen anerkennenden Tonfall. Der Iro-Kontaktmann schlägt sogar vor, dass sie mir eines ihrer unverwechselbaren, rudimentären Implantate einbauen. Glücklicherweise haben sie dabei nicht ihre abgefahrene Optik im Sinn, also stimme ich zu. Meine Beliebtheit wächst.
„Vergiss es, so leicht kriegst du keine Maelstrom-Fresse“, sagt der Mann lachend, „Diese Tech kriegen nur Novizen. Wir holen ihnen die Augen raus und schälen ihnen die Haut ab. Keine Betäubung. Wer überlebt, ist dabei.“
Nun, da die Atmosphäre entspannter ist, frage ich, ob die Gerüchte wahr sind – nehmen sie wirklich Mordaufträge an? Mein Kontaktmann nickt begeistert.
„Scheiße, na klar! Das bringt gutes Geld, und es verpasst der Kampfmoral einen ordentlichen Schub. Du weißt ja, Maschinen haben nichts mit Gefühlen am Hut. So leben wir auch. Solche Aufträge sorgen dafür, dass all die schleimigen Gefühle rausgespült werden, die wir noch in uns haben. Letztens wurde ein Kerl ganz weinerlich, nur weil wir uns ’nen kleinen Hosenscheißer geholt haben. Ich hab ihm gesagt, ‚Alter, zieh dir lieber ’n paar Supressor-BDs rein, sonst pustet dir der Boss den Kopf weg!’ Der Idiot hätte auf mich hören sollen!“
Während ich seinen Anekdoten lausche, erkenne ich, dass Amüsement offenbar nicht zu den unerwünschten Emotionen gehört. Also frage ich mich Folgendes: Haben Maschinen Humor?

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