„Der MaxTac-Weg“ von Mathias Maddox
„„Der MaxTac-Weg“ von Mathias Maddox“ – E-Mail aus Cyberpunk 2077. VORWORT ZUR ZWEITEN AUSGABE Ich hatte das Glück, nach der Veröffentlichung der ersten Ausgabe dieses Buches vielen Menschen mit faszinierenden Geschichten zu begegnen.
Text
VORWORT ZUR ZWEITEN AUSGABE
Ich hatte das Glück, nach der Veröffentlichung der ersten Ausgabe dieses Buches vielen Menschen mit faszinierenden Geschichten zu begegnen. Ich sprach mit Leuten, die Angehörige an Cyberpsychos verloren, und ich sprach mit Verwandten von Menschen, die ich erschossen hatte. Natürlich verlief nicht jedes dieser Gespräche positiv.
Nach einer Weile wusste ich, welche Fragen ich von meinen Lesern zu erwarten hatte. Wurdest du je angeschossen? (Ja, öfter als ich zählen mag.) Welche Festnahme/Tötung war die schwierigste? (Der Golden Springs Mall Killer von 2063 – mehr Titanknochen und Synthhaut als Mensch.) Was verursacht eine Cyberpsychose? (Ich sag’s euch, wenn ich es herausfinde!)
Dann, bei einer Lesung in Heywood, stellte mir jemand eine neue Frage: Gibt es etwas, das mich nachts wach hält? Nach kurzem Nachdenken wusste ich, die Antwort ist Ja. Es mag euch überraschen, aber es sind weder Albträume über ausgeweidete Cyberpsycho-Opfer noch die Schreie meiner brennenden Kameraden. So grausam es klingen mag, an all diese Dinge habe ich mich gewöhnt. Sie gehören zum Job. Was mich des Nachts mit klopfendem Herzen wachliegen lässt, ist die Angst, dass ich selbst eines Tages zum Cyberpsychose-Opfer werden könnte. Die Masse an Cyberware in meinem Körper ist enorm. Viel größer als bei den meisten Menschen. Ich habe versucht, den zweifelnden menschlichen Teil von mir zu unterdrücken. Ich bin mir im Klaren darüber, wie zerbrechlich meine Menschlichkeit ist – dieses Etwas tief in meinem Innern, das mich zu dem macht, der ich bin. Nur ein einziges schlecht vernetztes Neuron, nur eine Hormonüberdosis – schon wäre es für immer verschwunden ... An seiner Stelle ein Automat mit nur einem Gedanken: Töten. Die Wahrheit ist, dass ich meinen Kopf nie ausschalte, damit ich mich diesen Gedanken nicht stellen muss.
Ich kämpfe bis heute gegen diese Dämonen an und habe meiner Frau geraten, eine geladene Waffe im Nachttisch aufzubewahren. Sollte ich eines Nachts plötzlich schreien oder Unverständliches murmeln, wird sie mir das gesamte Magazin zwischen die Augen jagen. Anfangs war sie dagegen, aber unsere Liebe ist stark. Nur dank diesem Versprechen meiner liebenden Frau schlafe ich so gut wie nie zuvor.
Ich hatte das Glück, nach der Veröffentlichung der ersten Ausgabe dieses Buches vielen Menschen mit faszinierenden Geschichten zu begegnen. Ich sprach mit Leuten, die Angehörige an Cyberpsychos verloren, und ich sprach mit Verwandten von Menschen, die ich erschossen hatte. Natürlich verlief nicht jedes dieser Gespräche positiv.
Nach einer Weile wusste ich, welche Fragen ich von meinen Lesern zu erwarten hatte. Wurdest du je angeschossen? (Ja, öfter als ich zählen mag.) Welche Festnahme/Tötung war die schwierigste? (Der Golden Springs Mall Killer von 2063 – mehr Titanknochen und Synthhaut als Mensch.) Was verursacht eine Cyberpsychose? (Ich sag’s euch, wenn ich es herausfinde!)
Dann, bei einer Lesung in Heywood, stellte mir jemand eine neue Frage: Gibt es etwas, das mich nachts wach hält? Nach kurzem Nachdenken wusste ich, die Antwort ist Ja. Es mag euch überraschen, aber es sind weder Albträume über ausgeweidete Cyberpsycho-Opfer noch die Schreie meiner brennenden Kameraden. So grausam es klingen mag, an all diese Dinge habe ich mich gewöhnt. Sie gehören zum Job. Was mich des Nachts mit klopfendem Herzen wachliegen lässt, ist die Angst, dass ich selbst eines Tages zum Cyberpsychose-Opfer werden könnte. Die Masse an Cyberware in meinem Körper ist enorm. Viel größer als bei den meisten Menschen. Ich habe versucht, den zweifelnden menschlichen Teil von mir zu unterdrücken. Ich bin mir im Klaren darüber, wie zerbrechlich meine Menschlichkeit ist – dieses Etwas tief in meinem Innern, das mich zu dem macht, der ich bin. Nur ein einziges schlecht vernetztes Neuron, nur eine Hormonüberdosis – schon wäre es für immer verschwunden ... An seiner Stelle ein Automat mit nur einem Gedanken: Töten. Die Wahrheit ist, dass ich meinen Kopf nie ausschalte, damit ich mich diesen Gedanken nicht stellen muss.
Ich kämpfe bis heute gegen diese Dämonen an und habe meiner Frau geraten, eine geladene Waffe im Nachttisch aufzubewahren. Sollte ich eines Nachts plötzlich schreien oder Unverständliches murmeln, wird sie mir das gesamte Magazin zwischen die Augen jagen. Anfangs war sie dagegen, aber unsere Liebe ist stark. Nur dank diesem Versprechen meiner liebenden Frau schlafe ich so gut wie nie zuvor.