Dem Betrachter fällt sofort auf, dass ihre scheinbar armseligen Hütten vor Sauberkeit strahlen. Die Wände ihrer Häuser bestehen zumeist aus Fichtenholz und sind mit einer Substanz überzogen, die aus Harz gewonnen wird und jegliches Ungeziefer draußen hält. Ich glaube, dass es auch die Insekten vertreibt, denn während meines ganzen Aufenthalts in Skellige habe ich kein einziges Insekt im Innenraum der Hütten gesehen.
Der Innenbereich der Hütten ist ziemlich geräumig und für gewöhnlich in zwei Zimmer unterteilt. Der erste wird von den Familienmitgliedern tagsüber genutzt und ist mit einer Tür vom zweiten Raum abgetrennt, der als Schlafzimmer dient und in dem einfache Holzbetten stehen. Die Betten sind mit Linnen bedeckt, die eher Säcken gleichen als der Bettwäsche vom Festland.
In der Mitte des Hauptraums steht ein großer runder Tisch, an dem sich die Mitglieder des Haushalts versammeln, um eine Mahlzeit am Tag einzunehmen. Dies geschieht für gewöhnlich nach der Dämmerung, der Zeit für die Hauptmahlzeit. Dieses Abendmahl ist ein festliches Ereignis und wird beinahe wie ein heiliges Ritual zelebriert. Zu Anfang, bevor die Familienmitglieder ihre Plätze am Tisch einnehmen, reißt das Familienoberhaupt ein Stück Brot ab und legt es auf eine Art Hausaltar, der in der jedem Haus in Skellige einen Ehrenplatz hat. Dies dient als Symbol des Respekts den verstorbenen Ahnen gegenüber.
Seltsamerweise wird dieses Stück Brot sofort nach Beendigung der Mahlzeit vom Familienoberhaupt in eine große Amphore gelegt. Wie ich später erfahren habe, wird die Amphore, sobald sie voll ist, mit kochendem Wasser gefüllt und es wird ein Getränk daraus gebraut, das vom Geschmack her Bier ähnelt, nur weniger stark ist. Am Ende dieser Zeremonie für die Verstorbenen setzt sich die Familie und isst. Die älteste Frau stellt eine dampfende Schüssel in die Mitte des Tisches. Jeder hat einen eigenen Löffel und taucht ihn in die Schüssel mit dem Essen. Meistens gibt es Grütze mit Fisch- oder Fleischsoße.