Die Leute sagen, sie wären zu viert gewesen - zunächst. Die Mutter, die Allwissende, die Herrin des Waldes, kam aus einem fernen Land hierher und litt schrecklich unter der Einsamkeit, sodass sie sich aus Erde und Wasser drei Töchter erschuf.
Vor langer Zeit war die Mutter die alleinige Herrscherin von ganz Velen. Ihre Töchter brachten ihr die Anliegen der Menschen dar und waren ihre Stimme. Jeden Frühling wurden der Herrin des Waldes in einer bestimmten Nacht zu ihrem Gedenken Korn, Tiere und Menschen zum Opfer gebracht. Doch als die Jahre vergingen, verfiel die Herrin des Waldes immer mehr dem Wahnsinn, der schließlich anfing, sich über das ganze Land auszubreiten. Die Menschen verließen ihre Häuser und gingen ins Moor, wo sie wilden Bestien zum Opfer fielen, und binnen kurzer Zeit ertrank Velen im Blut.
Die Töchter erkannten, dass ihr Land alsbald darniederliegen würde, und unternahmen alles, um es vor dem Untergang zu bewahren. Als der Frühling kam und mit ihm die Opfernacht, töteten sie ihre Mutter und begruben sie im Sumpf. Ihr Blut wässerte die Eiche von Ard Cerbin und von da an erblühte der Baum und trug reiche Früchte für die Menschen. Doch die unsterbliche Seele der Herrin weigerte sich, ihr geliebtes Land zu verlassen, und so setzten die Schwestern sie gefangen. Bis zum heutigen Tage liegt sie unter dem Flüsterhügel, wo sie rasend vor Zorn vergebens um sich schlägt.