Yennefer von Vengerberg

Yennefer von Vengerberg

Yennefer of Vengerberg

Aus dem Journal

Der Hexer hatte die schwarzhaarige Zauberin vor gut zwanzig Jahren zum ersten Mal gesehen. Ihre Freundschaft und Gefühle füreinander entstanden in einem gemeinsamen Abenteuer mit einem Genius und einem Wunsch, der Geralt gewährt wurde - und der ihr Schicksal unzertrennlich miteinander verband. Seit dieser Zeit erlebten sie eine ziemlich stürmische Beziehung - mit vielen Höhen und Tiefen, Krisen und Trennungen. Geralts und Yennefers Liebe scheint der Beweis dafür zu sein, dass sich Gegensätze anziehen.

Vor einigen Jahren waren die beiden nach langer Trennung mit vielen Abenteuern wieder zusammengekommen. Ihre Zweisamkeit wurde jedoch durch die Wilde Jagd gestört, die Yennefer gefangen nahm. Der Hexer brach sofort zu ihrer Rettung auf, verlor dabei aber seine Erinnerung. Als er sein Gedächtnis wiedererlangt hatte, machte er sich sofort erneut auf die Suche nach seiner geliebten Zauberin.

Die Umstände von Geralts erstem Wiedersehen mit Yennefer nach zwei Jahren waren ganz anders, als er gedacht hatte. Die Zauberin war nicht nur gesund und munter, sondern hatte sogar die Hilfe eines unerwarteten Verbündeten gewinnen können - die des Kaiserreichs Nilfgaard.

Geralts Beziehung zu Triss während Yennefers Abwesenheit hing wie ein dunkler Schatten über ihrem Zusammentreffen. Wenn der Hexer seine ehemalige Liebe zurückgewinnen wollte, musste er schon mutigere Schritte unternehmen, als seinen Gedächtnisverlust als Entschuldigung vorzuschieben. Auch wenn es die Wahrheit war, trug sie wenig dazu bei, den angerichteten Schaden zu beheben.

Es herrschte dicke Luft und unterdrückte Feindseligkeit, während sich Geralt und Yennefer in Skellige aufhielten. Mehr als einmal brachte die Zauberin ihr Missfallen scharf zum Ausdruck und sparte auch nicht mit beißenden Bemerkungen - ganz so wie zu den besten Zeiten in ihrer Beziehung. Am Ende jedoch wurde die Geduld des Hexers belohnt und ihre Expedition auf der Suche nach der Maske des Uroboros brachte die beiden ehemaligen Liebenden wieder zusammen. Die Kluft, die sich während der Zeit ihrer Trennung aufgetan hatte, schien schmaler geworden zu sein.

Um die notwendigen Informationen zu erhalten, scheute Yennefer nicht, auf Nekromantie zurückzugreifen und dabei den Garten der Göttin Freya zu zerstören. Falls die stolze Zauberin daraufhin ein schlechtes Gewissen hatte, ließ sie es sich nicht anmerken.

Die Idee, gemeinsam einen weiteren Genius zu jagen, rief bei Geralt zunächst keine große Begeisterung hervor, aber Yennefer hatte einen guten Grund für dieses Vorhaben. Wenn sie den Genius zwingen könnte, den Wunsch aufzuheben, der sie an den Hexer band, würde sie endlich wissen, ob die Gefühle zwischen ihnen echt oder lediglich magischer Natur waren.

Der Genius erfüllte Yennefers Wunsch und durchtrennte den Schicksalsfaden, der sie an Geralt band. Doch glücklicherweise stellte sich heraus, dass ihre Liebe Bestand hatte - auch ohne übernatürliche Hilfe.

Der Genius erfüllte Yennefers Wunsch und die besondere Magie zwischen Geralt und Yennefer verschwand für immer. Zurück blieben lediglich Bedauern, Leere und ein Gefühl von Verlust. Leider stimmt es, wenn man sagt: "Überleg dir genau, was du dir wünschst."

Obwohl die komplizierte Persönlichkeit der Zauberin allen in Kaer Morhen das Leben schwer machte, führte ihre hartnäckige Entschlossenheit am Ende zu Umas Entzauberung und zur Aufhebung von Avallac'hs Fluch.

Yennefer war immer der Ansicht gewesen, dass manche Ziele fragwürdige Maßnahmen rechtfertigten. Als offenbar wurde, dass man zu Ciris Rettung der Hilfe von Philippa Eilhart und der übrigen Logenzauberinnen bedurfte, vergaß Yennefer alle Animositäten und überzeugte Emhyr, ihnen Amnestie zu gewähren.

Man muss den menschlichen Charakter nicht besonders gut lesen können, um zu wissen, dass das Spielen mit Yennefers Gefühlen Vergeltung mit sich bringen würde. Deshalb hätte Geralt auch wissen müssen, dass seine Versuche böse enden mussten, sowohl bei ihr als auch bei Triss einen Fuß in der Tür zu behalten. Angesichts des explosiven Temperaments der schwarzhaarigen Zauberin fiel seine Erniedrigung ungewöhnlich sanft aus.