Der Blutige Baron

Der Blutige Baron

The Bloody Baron

Gwint-Gegner (Nördliche Königreiche)

Aus dem Journal

Bei seiner ersten Begegnung mit "Baron" Phillip Strenger überraschten Geralt die zahlreichen Widersprüche des Mannes. Der ehemalige temerische Soldat war ein Wendehals, der nach der krachenden Niederlage seiner Armee den nilfgaardischen Besatzern gedient und mit ihnen verhandelt hatte. Die örtlichen Bauern nannten ihn den "Blutigen Baron", was nahelegte, dass er seine Vasallen nicht gerade mit Samthandschuhen anfasste. Andererseits war er überraschend gastfreundlich einem unerwarteten Besucher gegenüber, den er nicht kannte und der zudem ein professioneller Monsterschlächter war.

Ferner standen das banditenartige Erscheinungsbild und der schreckliche Spitzname des Blutigen Barons im Widerspruch zu seinem Umgang mit Frauen und Kindern, für die er aufrichtige und fast väterliche Sorge zeigte. Ciri hatte dies selbst herausgefunden, als sie unter seinem Dach Zuflucht und Obhut fand.

Im Gegenzug für Informationen über Cirilla verlangte der Baron von Geralt Hilfe bei der Suche nach seiner Frau Anna und seiner Tochter Tamara. Beide waren vor einiger Zeit spurlos verschwunden, und der Baron verlor allmählich die Hoffnung, sie jemals wiederzusehen. In einer solchen Lage war ein Hexer natürlich ein Geschenk der Götter.

Der Baron hatte Geralt allerdings gewisse Tatsachen vorenthalten, beispielsweise die Schwangerschaft und Fehlgeburt seiner Frau sowie seine eigene Neigung zu starken Getränken und Handgreiflichkeiten.

Es erwies sich, dass der Baron regelmäßig zu viel trank und dann eine erhebliche Gefahr für seine Umgebung darstellte. Hiervon konnte der Hexer sich persönlich überzeugen, als er zurückkehrte, um von seinen Erkenntnissen durch den Waideler zu berichten. Strenger hatte von Anfang an gewusst, dass seine Frau und seine Tochter nicht verschwunden, sondern geflohen waren. In seiner Scham und Sorge hatte er alles versucht, um sie zu finden und dabei sein Gesicht zu wahren.

Gegen die Entschlossenheit des Barons war in dieser Angelegenheit kein Kraut gewachsen. Er schlug alle Sorgen in den Wind, dass eine Konfrontation mit den Muhmen vielleicht tragisch für ihn enden könnte, ritt in die Sümpfe und versuchte, Anna aus den Fängen der Muhmen zu befreien.

Man sagt, dass sich die wahre Natur eines Menschen in einer Krise zeigt. Das Wiedersehen des Barons mit seiner Frau war eine solche Gelegenheit - ihr erbärmlicher Zustand erschütterte Strenger bis ins Mark. Als er erfuhr, dass ein winziger Hoffnungsschimmer bestand, Anna von ihrem Irrsinn zu heilen, klammerte er sich an diesen Gedanken und beschloss, seine Frau ans Ende der Welt in die Blauen Berge zu bringen, um dort Hilfe für ihren gemarterten Verstand zu finden.

Trotz der vereinten Kräfte des Barons, seiner Männer und Geralts konnte Anna nicht gerettet werden. Und dies war nicht der einzige Schicksalsschlag - Tamara, die ebenfalls in den Sumpf gezogen war, um ihre Mutter zu retten, ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie mit ihrem Vater nichts mehr zu tun haben wollte. Auf allen Fronten geschlagen, zog der Baron allein und ohne ein Wort nach Krähenfels zurück.

Trotz der vereinten Kräfte des Barons, seiner Männer, Geralts und Tamaras, die mit einer Eskorte im Schlepptau ebenfalls um ihrer Mutter willen erschienen war, konnte Anna nicht gerettet werden. Die Muhmen hatten sie alle gelinkt: Der Fluch, mit dem sie Anna belegt hatten, war so gewirkt, dass sein Brechen Anna das Leben kosten musste. Der Baron war ob dieser Wendung der Dinge am Boden zerstört. Er kehrte allen den Rücken zu und zog allein nach Krähenfels zurück.

Kurz darauf erfuhr Geralt, dass Phillip Strenger, der einstige Schrecken Velens, sich aus Verzweiflung und Trauer über all das, was ihm im Leben lieb gewesen war, aufgehängt hatte.