Shani

Shani

Hearts of Stone Gwint-Gegner (Scoia'tael)

Aus dem Journal

Geralt war in die Oxenfurter Kanalisation vorgedrungen, um ein grässliches Monster zu erlegen - entsprechend staunte er, in den dumpfen, schleimigen Tunneln auf seine alte Freundin Shani zu stoßen. Geralt und ich hatten diese außergewöhnliche junge Frau einige Jahre zuvor noch als unbedarfte Studentin kennengelernt. Inzwischen hatte sie sich zu einer fähigen Ärztin und furchtlosen Feldsanitäterin der redanischen Armee gemausert.

Im Rahmen ihrer militärischen Funktion war sie mit einer Eskorte in die Kanalisation hinabgestiegen, um eine Probe des Gifts zu nehmen, das von jener Monstrosität dort abgesondert wurde. Geralt, Ehrenmann vom Scheitel bis zur Sohle, bot an, Shani zu helfen.

Die Begegnung mit Vlodimir von Everec erinnerte Geralt daran, dass er und Shani einst leidenschaftliche, wenn auch flüchtige Gefühle füreinander gehegt hatten. Zudem wurde er gewahr, dass er noch Fragmente dieser Gefühle im Herzen trug ...

Manchmal schreibt das Schicksal so absurde Geschichten, dass kein Poet es wagen würde, seinen Namen darunterzusetzen - aus Angst, sich durch die Abwegigkeit lächerlich zu machen. Dies war der Fall, als Geralt und der Geist Vlodimirs von Everec sich einen Abend lang des Hexers Körper teilten und Shani auf die Hochzeit von deren Studienfreundin Aldona begleiteten. Mancher Dame hätte diese außergewöhnliche Gesellschaft den Abend verdorben, doch nicht Shani. Inmitten der geschmackvollen Hochzeitsdekorationen und des schweren Dufts nach Vogelbeeren, die schöne Kindheitserinnerungen in ihr weckten, fühlte Shani die Sorglosigkeit ihrer Jugend in sich aufsteigen und warf sich enthusiastisch ins festliche Geschehen.

Eines ist sicher: Shani langweilte sich in der Gesellschaft Vlodimirs von Everec kein bisschen. Er überschüttete sie mit Bekundungen seines brennenden Verlangens und riss sie mit seiner manischen Energie mit sich. Als die Stunde kam, in der Vlodimir wieder ins Jenseits zurückkehren musste, seufzte Shani dennoch erleichtert auf. Nun konnte sie noch eine Weile mit Geralt verbringen, der deutlich sanfter und berechenbarer als Vlod war - welcher den Hexer freilich einen Langweiler genannt hätte.

Ein gelungener Abend wurde zu einer leidenschaftlichen Nacht, dann zur goldenen Morgendämmerung am Strand eines Sees, untermalt vom frühen Gezwitscher der Vögel. Shani schien von den Ereignissen sehr angetan, doch in der Morgenluft wurde sie ernst. Sie erklärte, dass sie über die Ereignisse nachdenken müsse, und verabschiedete sich von Geralt.

Das Schicksal wollte es, dass Shani sich nicht lange in ihrer Heimatstadt Oxenfurt aufhalten konnte. Zu Kriegszeiten unterstand sie dem Befehl der redanischen Armee, und ihr Kommandant schickte sie nach Kaedwen an die Ostfront. Vor ihrem Aufbruch gelang es Shani, Geralt zu informieren, dass ein gewisser Professor Schüttlock in der Angelegenheit Gaunter O'Dim vielleicht hilfreich sein konnte. Geralt dankte seiner alten Freundin, und sie verabschiedeten sich. Dabei hofften sie, einander bald wiederzusehen.

Gwint-Kartensatz 27