
Cirilla
Aus dem Journal
Cirilla Fiona Elen Riannon - was kann ich über sie sagen? Dass ihr Spitzname Ciri ist, dass sie 1251 geboren wurde, dass sie aschblondes Haar und eine Narbe auf der Wange hat?
Das ist alles wahr, und das ist die Cirilla, die ich am besten kenne, die ich vor all den Jahren zum ersten Mal sah und die ... nun, zwar nicht ganz normal erscheint, aber gewiss nicht so außergewöhnlich, wie sie ist.
Denn Cirilla ist auch eine ausgezeichnete Hexerin, Erbin mehrerer Throne, die letzte Trägerin des Älteren Bluts, eine mächtige Quelle mit außergewöhnlichen magischen Talenten und die Herrin der Zeiten und Welten. Angesichts dessen scheinen Details wie ihre Haarfarbe und ihr Geburtsdatum doch recht nebensächlich.
Ich könnte auch erzählen, dass sie Geralts Adoptivtochter ist - aber das wäre grob vereinfachend. Ciri ist viel mehr. Sie ist sein Schicksal, sein Überraschungskind, mit den unauflöslichsten Fesseln des Schicksals an den Hexer gebunden.
Nach uralter Hexertradition brachte Geralt Ciri nach Kaer Morhen, als sie in seine Obhut kam. Dort unterwiesen er und Vesemir sie in der Kunst des professionellen Monstertötens. Zu dieser Zeit offenbarten sich ihre magischen Talente, und es wurde klar, dass Ciri eine Quelle war.
Ciris Gabe erwies sich ebenso sehr als Fluch. Sie würde eines Tages der Grund sein, dass sie sich vor der Welt würde verstecken müssen - auch vor Geralt.
Ciris Biografie enthielt ein weiteres großes Geheimnis. Ihr leiblicher Vater war niemand anders als Emhyr var Emreis, der Kaiser von Nilfgaard. Seine Worte bestätigten die Ängste, die Geralt nach seinem Albtraum plagten: Ciri war zurückgekehrt und befand sich in Lebensgefahr, da die unerbittliche Wilde Jagd ihr auf den Fersen war.
Yennefer konnte klarstellen, was die Wilde Jagd von Ciri wollte: Es ging um die Macht des Älteren Bluts, die in ihr schlummerte. Außerdem teilte Yennefer Geralt mit, dass Ciri im kriegsgebeutelten Velen und auch in Novigrad gesehen worden war, der größten Stadt der Welt.
Die Berichte, nach denen Ciri einige Zeit in Krähenfels verbracht hatte, erwiesen sich als wahr. Sie war dort Gast des örtlichen Kriegsfürsten Phillip Strenger, der auch als Blutiger Baron bekannt war. Trotz seines furchteinflößenden Spitznamens hatte dieser Mann Ciri mit Freundlichkeit und Respekt behandelt.
Offenbar war Ciri in den Sümpfen Velens mit mindestens einer Hexe aneinandergeraten.
Geralt erfuhr die Wahrheit über Ciris Zeit in den Sümpfen von den grausigen Muhmen selbst. Sogar Ciri, die besser auf sich aufpassen konnte als die meisten anderen Leute, hatte Glück gehabt, diesen mächtigen Wesen gesund und munter entkommen zu sein.
Die Visionen der Maske des Uroboros enthüllten zweifelsfrei, dass Ciri bei der magischen Katastrophe auf Ard Skellig eine Rolle gespielt hatte. Noch wichtiger: Es war nun klar, dass sie auf Skellige gewesen und dann im Angesicht höchster Gefahr geflohen war.
Der letzte Beweis dafür, dass die Worte des Kaisers über Ciris Verfolger wahr gewesen waren, fand sich in Form einer Leiche - der eines Kriegers der Wilden Jagd. Die Reiter waren Ciri tatsächlich auf den Fersen.
Rückblickend war es nicht meine beste Idee, Ciri mit Hurensohn in Kontakt zu bringen. Zu meiner Verteidigung kann ich nur vorbringen, dass die Situation so gefährlich war, dass mir selbst der riskanteste Plan klüger schien, als die Hände in den Schoß zu legen.
Nach zahlreichen Abenteuern und Missgeschicken fand Geralt Ciri endlich auf der Nebelinsel. Als er die Schwelle zu dem Raum überschritt, in dem sie schlief, gab der Schutzzauber, den Avallac'h über sie gewirkt hatte, unter der Macht ihres gemeinsamen Schicksals nach. Nach Jahren der Trennung und der Suche war Geralt wieder mit seiner Adoptivtochter vereint. Seine Freude in diesem Augenblick ließ sich mit Worten nicht beschreiben.
Avallac'hs Voraussage, dass nach Ciris Ankunft umgehend die Wilde Jagd auf Kaer Morhen stürzen würde, erwies sich als zutreffend. Die Anwesenden unternahmen jede Anstrengung, um Ciri zu verteidigen. Am Ende war jedoch sie es, die die anderen verteidigte - durch einen Ausbruch der ungezügelten, rohen Kraft ihres Älteren Bluts rettete sie die Verteidiger von Kaer Morhen vor dem sicheren Tod.
Cirilla hatte Geralt zwar überzeugt, sie zu begleiten und sich an Imlerith zu rächen, doch dann war es der Hexer, der dem Mörder Vesemirs im finalen Duell gegenüberstand. Ciri erschlug an diesem Tag jedoch auch einige böse Kreaturen: Zwei der drei monströsen Schwestern, die sich zu den Herrinnen Velens aufgeschwungen hatten, fielen ihrem Schwert zum Opfer.
Ciri hatte ihren Vater nicht gesehen, seit sie ein kleines Kind gewesen war. Emhyr war im Grunde ein Fremder für sie, dazu noch einer, der für den Tod zahlreicher Leute verantwortlich war, die Ciri lieb gewesen waren. Es gehörte fraglos zu den größten Herausforderungen ihres Lebens, ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüberzutreten.
Ciri schlug sich in dieser Schlacht zwar tapfer, doch dass Geralt Geld dafür angenommen hatte, sie hergebracht zu haben, machte ihr schwer zu schaffen.
Ciri bestand diese Prüfung mit Bravour, und es tat ihr gut zu wissen, wie unerschütterlich ihr Adoptivvater Geralt sie liebte und hinter ihr stand.
Ciri hatte ihren Vater nicht gesehen, seit sie ein kleines Kind gewesen war. Emhyr war im Grunde ein Fremder für sie, dazu noch einer, der für den Tod zahlreicher Leute verantwortlich war, die Ciri lieb gewesen waren. So war es nicht überraschend, dass Ciri ihn nicht einmal sehen wollte.
Eine Konfrontation mit der Loge ist nicht zu unterschätzen. Mancher Tapfere würde Berge versetzen, um sie zu vermeiden. Cirilla jedoch beschloss, den mächtigen Zauberinnen entgegenzutreten. Die Berichte legen nahe, dass sie die Herrinnen der Magie auf ihren eigenen Willen sowie auf den Umstand aufmerksam machte, dass sie kein willfähriges Werkzeug sein würde.
Eine Konfrontation mit der Loge ist nicht zu unterschätzen. Mancher Tapfere würde Berge versetzen, um sie zu vermeiden. Cirilla jedoch beschloss, den mächtigen Zauberinnen entgegenzutreten. Die Berichte legen nahe, dass sie die Herrinnen der Magie - mit ein wenig Hilfe von Geralt - auf ihren eigenen Willen sowie auf den Umstand aufmerksam machte, dass sie kein willfähriges Werkzeug sein würde.
Ein Besuch in Avallac'hs Geheimlabor enthüllte Umstände, die Ciri bis ins Mark erschütterten. Sie hatte zwar schon lange gewusst, dass sie die Letzte in der Linie Lara Dorrens und die letzte Trägerin des sogenannten Älteren Bluts war, doch erst jetzt wurde ihr bewusst, dass die Linie seit zwei Jahrhunderten ein Gegenstand ungebrochenen Interesses von Elfenwissenden und Menschenmagiern war. Die Worte der hochnäsigen Elfin bedeuteten einen weiteren Schlag und umfingen ihr Herz wie Dornengestrüpp.
Obwohl Wut und Schmerz sie zu überwältigen drohten, ließ Ciri sich von ihren Gefühlen nicht unterkriegen. Dabei halfen ihr Geralts Worte, die keinen Zweifel an ihrer Bedeutung für ihn ließen.
Cirilla wollte das Grab von Skjall besuchen, des jungen Mannes, der sein Leben und seine Ehre für sie riskiert hatte. Diese Geste mochte symbolisch sein, doch sie verschaffte Ciri etwas Trost, den sie bitter nötig hatte.
Eredin war tot - doch das Ende des Bösewichts ist im Märchen stets der Auftakt zum Ende. In unserer Geschichte war er das Signal für Ciri, sich ihrem Schicksal zu stellen. Nur sie hatte die Macht, der Weißen Kälte Einhalt zu gebieten - jener mythischen Gewalt, die nicht nur diese Welt, sondern auch zahllose weitere Welten bedrohte.
Es gilt zwar nicht gerade als reifes Verhalten, seinen Zorn an unbelebten Objekten auszulassen, aber erleichternd ist es allemal. Ciri griff daher zu dieser schlichten Lösung.