Vilatria, Studierende an den großen Akademien von Welryn und Vul'Kaur, perfektionierte die Kunst der Sturmmagie. Doch als Gelehrte konnte sie ihre Ambitionen nicht befriedigen und so kehrte sie in die Seenkönigreiche Zentraleterras zurück. Ohne einen Gott, sie zu führen, waren die Adeligen und Ältesten dort zwar stolz, jedoch auch vulnerabel für Angriffe. Aufgrund der Universität von Welryn, die sich in nächster Nähe befand, waren sie auf magische Invasoren vorbereitet, doch selbst ihre stärksten Schutzschilde konnten sie nicht vor den Blitzen beschützen, die die Dächer ihrer Hallen durchschlugen und sie auf ihren Thronen sitzend bei lebendigem Leibe verbrannten. Und so übernahm Vilatria mit Gewalt die Kontrolle über ihre Königreiche.
Je älter Vilatria wurde, desto arroganter wurde sie. Nachdem sie alle ihre menschlichen Herausforderer besiegt hatte, erwählte die Sturmkönigin Lagon als ihren nächsten Kontrahenten, den sagenumwobenen Gott des Meeres und der Stürme. Gemeinsam mit ihrer Schülerin segelte sie von der Grenzstadt Etendell zur Flussmündung, die ins Nebelmeer führt. Angeblich sollte sich Lagon jenseits der westlichen Inseln tief unter den Wellen aufhalten, in fernen Gefilden. Doch Vilatria konnte sich mit ihrer Magie den Wind selbst zunutze machen und so war es nur eine kurze Reise. Letztendlich ging sie des Nachts auf einer großen Insel aus Felsen und Korallen, übersät mit alten Schreinen, von Bord. Dort sprach der Mond durch sein sich auf der Meeresoberfläche spiegelndes Ebenbild zu ihr – mit der Stimme Lagons, amüsiert über ihre Kampfansage. Doch er akzeptierte sie und der Himmel öffnete sich. Seitdem sind Tausende Jahre ins Land gegangen. Vilatria ist vor Ewigkeiten gestorben, ihr Königreich zersplittert, aber über dem Meer, das jene Insel umgibt, tobt auch heute noch ein gewaltiger Sturm.